Fakultät

Quelle:* Seite der med.Fak.der OvGU Magdeburg

Am 7. September 1954 wurde die Medizinische Akademie Magdeburg (MAM) gegründet. Damit erhielt das bis dahin städtische Gustav-Ricker-Krankenhaus den Status einer Hochschuleinrichtung. Nach der politischen Wende in der DDR und dem Zusammenschluss der Magdeburger Hochschulen wurde mit der Universitätsgründung am 3. Oktober 1993 aus der MAM die Medizinische Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität. In den ersten fünf Jahrzehnten des Bestehens wurden etwa 5 000 Ärztinnen und Ärzte hier in Magdeburg ausgebildet (Stand: Oktober 2004). Die wissenschaftliche Arbeit führte in dieser Zeit zu 3 458 Promotionen.

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Hochschulmedizin in Magdeburg fand am 13. Oktober 2004 in der Johanniskirche eine Festveranstaltung statt. Eingeladen waren Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verbänden, frühere Absolventen der MAM und heutige Mitarbeiter der Medizinischen Fakultät. Der Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, Prof. Dr. Wolfgang Böhmer, der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg, Dr. Lutz Trümper, und Universitätsrektor Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann hielten ein Grußwort. In seinem Festvortrag erinnerte Prof. Dr. Wolfram Neumann, Prodekan der Medizinischen Fakultät und Direktor der Orthopädischen Uni-Klinik, an die Gründung und Entwicklung der medizinischen Hochschuleinrichtung in den vergangenen fünf Jahrzehnten bis zur Gegenwart. Dekan Prof. Dr. Albert Roessner ging in seiner anschließenden Rede auf aktuelle Fragen und die Perspektiven der Hochschulmedizin in Magdeburg ein.

Zur Geschichte

Die Medizinische Akademie Magdeburg (MAM) wurde am 7. September 1954 auf der Basis vorhandener klinischer Einrichtungen der Stadt Magdeburg gegründet und anfangs dem Sudenburger Krankenhaus "Gustav Ricker" zugeordnet. Im Gründungsjahr standen zusammen mit der angegliederten Kinder- und Landesfrauenklinik vier Institute und acht Kliniken mit einer Gesamtzahl von 2 007 Betten für den Beginn der klinischen Ausbildung zur Verfügung. Zu Beginn des ersten Ausbildungssemesters 1954 hatten sich allerdings nur 47 Studierende (vorwiegend aus Berlin und Leipzig) eingeschrieben. Ein Jahr darauf wurden bereits 157 neue Studenten zum klinischen Studium aufgenommen, zumal inzwischen der große Zentrale Hörsaal fertiggestellt war. 1960/61 konnte dann nach der Gründung der dazu notwendigen Institute mit der Vollausbildung von Ärzten begonnen werden. Die Jahre nach Gründung der MAM waren geprägt durch eine rege Bautätigkeit und eine kontinuierliche Zahl akademischer Neuberufungen mit entsprechender Erweiterung der Fachdisziplinen. Neben den Aufgaben in der Lehre und Forschung konzentrierte sich das Wirken der Akademie als medizinische Leiteinrichtung im damaligen Bezirk Magdeburg zunächst mehr auf die medizinische Versorgung der Bevölkerung, da sie neben den spezialisierten und hochspezialisierten medizinischen Leistungen auch für die Grundbetreuung des Stadtbezirkes Süd-Ost zuständig war. Wegen der schwierigen Anfangsbedingungen war eine systematische Forschung nur langsam in Gang gekommen. So gab es in den ersten fünf Jahren lediglich 56 Promotionen und drei Habilitationen. Das Wissenschaftsprofil der 60er Jahre bestand neben der Initiativforschung im Wesentlichen aus der Kinderpathologie und Neurobiologie. Mit der Erweiterung des Forschungsspektrums durch die vorklinischen Bereiche stieg die Zahl der Promotionen und Habilitationen steil an. In den 70er und 80er Jahren kristallisierten sich dann drei Hauptprofillinien heraus: Neurowissenschaften, Immunologie, Schwangerschaft und kindliche Entwicklung.

Als schließlich der Kinderarzt Professor Horst Köditz als letzter gewählter Rektor der MAM vor der Uni-Gründung sein Amt antrat (1990-1993), galt es, den begonnenen Weg der demokratischen Umgestaltung zu einer leistungsfähigen Hochschule fortzusetzen und die von allen Seiten geforderte tiefgreifende und schnelle Erneuerung an der Akademie zu realisieren. Der Erneuerung von außen folgte die Erneuerung von innen. Neben der Organisation von Mitteln für Bauvorhaben und dem Erwerb moderner diagnostischer und therapeutischer Geräte im Wert zweistelliger Millionenhöhe erfuhr ie Medizinische Akademie von vielen Seiten Unterstützung zur materiellen Verbesserung der medizinischen Betreuung. Bis zum Studienjahr 1990/91 wurde über die Zulassung zum Medizinstudium durch eine Kommission der MAM entschieden, ab dem Wintersemester 1991/92 erfolgte die erstmalige Vergabe von Studienplätzen durch die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS).

Mit der Gründung der Otto-von-Guericke-Universität am 3. Oktober 1993 durch den Zusammenschluss der Magdeburger Hochschulen wurde aus der Medizinischen Akademie die Medizinische Fakultät. Bis zu diesem Zeitpunkt waren aus der MAM 3 948 examinierte Ärztinnen und Ärzte hervorgegangen, 2 723 Promotionen und 203 Habilitationen waren zu verzeichnen. Jährlich waren zwischen 30 000 und 40 000 Patienten stationär und zwischen 300 000 und 650 000 ambulant versorgt worden.

Die Medizinische Fakultät heute

Die Medizinische Fakultät Magdeburg wird vor allem an der Studentenausbildung und Forschung gemessen. Externe Bewertungen, z.B. durch Nachrichtenmagazine, wie der "FOCUS" und "SPIEGEL" oder das Hochschulranking "DIE ZEIT" bestätigten in den vergangenen Jahren wiederholt, dass der Unterricht in Magdeburg besonders intensiv, studentennah und praxisrelevant ist. Von besonderem Interesse für die Studierenden ist die interdisziplinäre Ausbildung. Besonderer Wert wird auf eine möglichst frühzeitige Einbeziehung der künftigen Ärzte in die Forschungsarbeit der Fakultät gelegt. Durch eine Reihe von Austauschprogrammen mit ausländischen Universitäten besteht auch die Möglichkeit, in Europa, in den USA und Südamerika mehrmonatige Studienaufenthalte zu absolvieren oder dort zu forschen.

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